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#wirlebennoch – Die Künstler*innen


#wirlebennoch verlässt das Netz und findet ihren Platz im öffentlichen Raum. Vergangene Woche postete der Aktionskünstler donhofer. hunderte Todesmeldungen von verstorbenen Künstler*innen in den sozialen Medien – diese Woche setzt er seine Arbeit im öffentlichen Raum fort. In Wien und St. Pölten initiierte der Künstler eine Plakat- und Citylightskampagne mit dem Schriftzug „#wirlebennoch – Die Künstler*innen“, um die Notwendigkeit einer lebendigen Kunst und Kulturlandschaft aufzuzeigen.

Obwohl die Politik selten eine Möglichkeit auslässt, um Österreich das Kulturnation-Pickerl aufzudrücken, frage ich mich seit einigen Tagen, welchen Stellenwert Kunst und Kultur in unserem Land hat. Dass Künstler*innen mit Almosen und Hinhaltetaktik abgespeist werden, während große Wirtschaftsunternehmen unverhältnismäßig hohe Hilfsleistungen bekommen, ist in meinen Augen eine Verhöhnung – eine Verhöhnung aller Künstler*innen, Veranstalter*innen und letzten Endes aller, die Kunst und Kultur konsumieren.

Bildserie der Kunstaktion

Konzept: donhofer.
Fotografie: Michael Liebert
Bildbearbeitung: Michael Liebert

Michael Liebert & donhofer. COLOR – Farbe bekennen

Das gemeinsame Projekt des Wiener Aktionskünstlers donhofer. und des
Fotografen Michael Liebert nennt sich COLOR – Farbe bekennen. Damit
greifen die Künstler eine Redensart auf und verarbeiten sie buchstäblich und
bildlich. donhofer. und Liebert vermischen Texte und Fotografien zu einem
Sinnbild leichtfertiger Äußerungen aus dem Alltag. So markieren sie Bildsujets
zu Sexismus, Homophobie oder Rassismus mit ebenso verbreiteten wie
gefährlichen Relativierungen. Mit hochpigmentierten Ölstiften zeichnet
donhofer. diese Texte über Michael Lieberts Fotografien. Die intensiven Farben
für die fotografierten Porträts sind Anspielungen an die bunten Pulvernebel
des Holi-Festes; einem der ältesten Feste Indiens, welches inzwischen in der
westlichen (Spaß-)Gesellschaft zum partyähnlichen Event mutiert ist. Mit den
Arbeiten im Bildraum 01 thematisieren die Künstler eine oberflächliche und
bequeme Angepasstheit – als Anfrage an die (Vor-)Urteile der Betrachtenden.

Dauer der Ausstellung: 10. Jänner – 7. Februar 2020